Start Events - Pflegefamilien Akademie Fest terminierte Seminare Präsenzseminar Die innere Welt des Kindes verstehen – Zugänge zur inneren Realität von Kindern in Pflegefamilien

Die innere Welt des Kindes verstehen – Zugänge zur inneren Realität von Kindern in Pflegefamilien

Wenn Kinder in eine Pflegefamilie kommen beobachten Pflegeeltern häufig, dass die Kinder scheinbar die alten belastenden Erfahrungen hinter sich gelassen haben und viel dafür tun, um sich in der neuen  Umgebung zurecht zu finden. Sie verhalten sich dann so, als habe es die früheren Erfahrungen nie gegeben.

Die Kinder bemühen sich um Anpassung an die neue Situation, sie wollen sich in der „guten“ Welt zurecht finden. Dem gegenüber stehen jedoch ihre Ängste, Unsicherheiten, und die bisherigen verletzenden Erfahrungen mit ihren bisherigen Bezugspersonen. Die äußere neue Realität und die inneren Bilder stehen im Gegensatz zueinander.

Bis das Kind dann direkt oder indirekt durch häufig nicht zu erkennende „Trigger“ mit seinem Trauma konfrontiert wird und Verhaltensweisen zeigt, die schon während der Traumatisierung als passende  Bewältigungsstrategien dienen mussten. „Die Vergangenheit versaut ihnen die Gegenwart“ sagt der Göttinger Arzt und Traumatherapeut Ulrich Sachsse.

Diese Dynamik ist für Pflegeeltern häufig nicht leicht zu verstehen. Es ist nicht offensichtlich, dass das Verhalten des Kindes mit seiner eigenen schmerzvollen Vergangenheit zu tun haben könnte. Es lebt ja in einer Sicherheit und muss nichts mehr befürchten.

Wir alle tragen jedoch innere Bilder von früheren Erlebnissen und Situationen in uns, die zwar äußerlich nicht sichtbar sind aber lebendig bleiben. Sie sind mitbestimmend für unser Erleben und Handeln.

Kinder können ihre inneren Bilder der traumatischen Erfahrungen erst dann zeigen, wenn die innere Realität von ihren Pflegeeltern anerkannt, entschlüsselt und verstanden wird.
In einem sicheren und emotional liebevollen Zuhause können die Kinder die Hoffnung wieder finden, dass es Menschen gibt, die es gut mit ihnen meinen und so kann ein heilsames Erinnern in Gang kommen.

Die Fortbildung beinhaltet einen theoretischen Input mit vielfältige Praxisbeispiele zum Inneren Erleben von Pflegekindern. Das Verhalten von Kindern soll erkannt und das „Thema hinter dem Thema“ entschlüsselt werden. Unterstützende Interventionen für den Alltag werden besprochen. Darüber hinaus besteht nicht nur die Möglichkeit, sondern es ist auch ausdrücklich gewünscht, eigene Fragen und Problematiken einzubringen

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Datum
24.04.2027
Uhrzeit
9:30 - 16:00

Preis

€ 65,00
Standort
Seminarräume PflegefamilienAkademie
Neuhöfe 19, Marburg-Neuhöfe

Referent*in

  • Doris Buitinck

    Dipl.-Sozialpädagogin

    Weiterbildung in personenzentrierter Psychotherapie für Kinder und Jugendliche, Supervisorin & Coach DGSv; Langjährige Erfahrung in der Begleitung von Pflegefamilien/ Sozialpädagogischen Pflegefamilien/Profifamilien zunächst bei einem Jugendamt und dann bei einem Träger.

    Von 2006-2019 Teamleitung des Team Nord des Zentralen Fachdienstes für Pflegekinder mit Behinderungen, chronischen und lebensverkürzenden Erkrankungen der Diakonie Düsseldorf.

    Langjährige Tätigkeit als Lehrbeauftrage an der Kath. Fachhochschule Münster.

    Seit 2005 tätig in der Fort- und Weiterbildung für Pflegefamilien und Fachkräfte, u,a, für Landesjugendämter. die Stiftung zum Wohl des Pflegekindes, Jugendämter, freie Träger und Pflegeelternverbände

    Einzel- oder Teamsupervision für Pflegeltern /sonderpädagogische Pflegefamilien und Fachkräfte

    Seit 2019 Mitarbeit im Institut für Adoptiv- und Pflegefamilien (IAP) in Münster