Kinder mit geistiger Behinderung haben insgesamt weniger Freundschaften als Kinder ohne Behinderung, auch wenn mehr als die Hälfte mindestens eine feste Freundschaft hat. Ihre sozialen Kontakte sind oft weniger stabil, weshalb sie sich häufiger einsam oder isoliert fühlen. Ob Kinder mit Behinderung Freundschaften aufbauen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. So ist z. B. in integrativen Einrichtungen die Wahrscheinlichkeit, Freunde zu haben, deutlich höher als in sonderpädagogischen Einrichtungen.
Oft ist es so, dass Kinder mit einer geistigen Behinderung seltener Freundinnen oder Freunde finden, als Kinder mit einer leichteren Art der Behinderung, wie z. B. einer Sprachenentwicklungsstörung. Auch die Eltern-Kind-Bindung beeinflusst die Entwicklung sozialer Beziehungen. Eine sichere und positive Bindung zu den Eltern erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder auch zu Gleichaltrigen stabile Beziehungen aufbauen.
Eltern können soziale Kontakte ihres Kindes aktiv fördern, z. B. durch Unterstützung beim Knüpfen von Kontakten, beim Lösen von Konflikten und durch den Aufbau sozialer Netzwerke. Oft fehlt jedoch bei Eltern von Kindern mit Behinderung die Zeit oder sie sehen soziale Schwierigkeiten als wenig beeinflussbar, wodurch solche Förderungen seltener erfolgen.[1]
[1] Vgl. Ebd., S. 42f, 99, 111.