Von einer emotionalen Störung spricht man, wenn jemand Emotionen bei sich oder anderen nicht wahrnehmen, richtig einschätzen oder angemessen ausdrücken kann. Auch wenn Gefühle nicht reguliert werden können oder Reaktionen auf Situationen unpassend ausfallen, liegt eine Störung der Emotionen vor. Auf Elternseite gibt es sowohl Risikofaktoren, die die Entwicklung emotionaler Störungen begünstigen, als auch Schutzfaktoren, die vorbeugen können.
Risikofaktoren:
- Psychische Erkrankung eines Elternteils
- Unangemessenes Erziehungsverhalten (z. B. Überbehütung)
- Hohe soziale Belastung (z. B. Konflikte in der Partnerschaft)
- Geringe Feinfühligkeit
- Häufiger Ausdruck negativer Emotionen
- Geringe Unterstützung bei der Emotionsregulation des Kindes
Schutzfaktoren:
- Feinfühliges und unterstützendes Elternverhalten
- Offener Umgang mit positiven und negativen Emotionen (Vorbildfunktion)
- Förderung des kindlichen Emotionsausdrucks
- Sichere Bindung zu Bezugspersonen
- Gute Beziehungen zu weiteren fürsorglichen Erwachsenen
- Unterstützung durch Hilfesysteme (z. B. sozialpädagogische Familienhilfe)[1]
[1] Rothgang, Georg-Wilhelm; Bach, Johannes (2021): Entwicklungspsychologie. 4. Auflage. Verlag W. Kohlhammer: Stuttgart. S. 160-165