Entwicklungsaufgaben sind altersbezogene Lebensanforderungen, die aus biologischen Prozessen, gesellschaftlichen Erwartungen und persönlichen Wertvorstellungen entstehen. Werden sie bewältigt, fördert das Zufriedenheit und Anerkennung, während Schwierigkeiten negative Folgen haben können, auch bei späteren Entwicklungsaufgaben. Welche Themen Jugendliche dabei beschäftigen und was individuell besonders herausfordernd ist, erfahren Sie per Klick auf die einzelnen Jugendlichen.

  • Akzeptieren der eigenen Person
  • Umgang mit körperlichen Veränderungen
  • Loslösung von den Eltern
  • Intensivierung von Beziehungen zu Gleichaltrigen
  • Aufnahme erster romantischer Beziehungen
  • Treffen von Entscheidungen im Zusammenhang mit Schule, Berufswahl
  • Treffen von Entscheidungen in Bezug auf die eigene Lebensgestaltung und Zukunft
  • Ausbildung eigener Wert- und Normvorstellungen
  • Entwicklung ihrer eigenen Identität[1]

Die Entwicklungsaufgaben heutiger Jugendlicher lassen sich in vier Cluster einteilen:

  1. Erwerb schulischer und beruflicher Qualifikation: Hierzu zählen die Entwicklung von intellektuellen und sozialen Kompetenzen. Jugendliche müssen lernen, gelerntes Wissen anzuwenden und eigenverantwortlich zu handeln. Die schulische Bildung und Ausbildung sollten von ihnen so gewählt und gestaltet werden, dass sie dem Ziel dienen, einen Beruf zu finden und finanziell unabhängig zu werden.
  2. Entwicklung der Geschlechtsidentität und Aufbau sozialer Bindungen: Jugendliche müssen sich mit den Veränderungen ihres Körpers auseinandersetzen und ihre geschlechtliche und sexuelle Identität aufbauen. Es geht darum, sich emotional von den Eltern zu lösen und Bindungen in Form von Freundschaften und ersten Partnerschaften mit Gleichaltrigen aufzubauen.
  3. Nutzung von Konsum-, Medien- und Freizeitangeboten: Jugendliche sollten lernen, Medienangebote verantwortungsvoll zu nutzen und ihre Freizeit so zu gestalten, dass sie der psychischen und physischen Regeneration dient.
  4. Aufbau eines eigenen Wertesystems und Partizipation: Zum Jugendalter gehört, eigene Werte und Normen zu entwickeln und sie als Orientierung für das eigene Handeln zu etablieren. Damit geht auch die Gestaltung der politischen Partizipation einher.

Die einzelnen Bereiche und Entwicklungsaufgaben sind dabei nicht isoliert zu betrachten, sondern beeinflussen sich gegenseitig. Gesellschaftlich bestehen innerhalb eines Kulturkreises recht klare Vorstellungen, wann welcher Entwicklungsschritt an der Zeit ist. So herrscht z. B. Einigkeit darüber, dass „ohne Eltern allein nachts zu Hause bleiben“ und „selbst entscheiden, welche Kleidung man kauft“, zeitlich deutlich vor dem Entwicklungsschritt „nicht mehr sagen, wo man hingeht und nach Hause kommen, wann man will“ liegt.[2]

Quellen:

[1] Eschenbeck, Heike; Knauf, Rhea-Katharina (2018): Entwicklungsaufgaben und ihre Bewältigung. In: Lohaus, Arnold (Hrsg.): Entwicklungspsychologie des Jugendalters. Springer-Verlag GmbH: Berlin. S. 23-50. S. 24f.

[2] Ebd., S. 26-31.